Vom Sprinter zum Wohnmobil - Auf der Suche nach Rost (Teil 1)

Wie du vielleicht aus unserem vorgehenden Post weißt, haben wir uns einen Traum erfüllt und unseren Sprinter gekauft. Den Ausbau zum Wohnmobil werden wir auf diesem Blog und auf unserem  YouTube-Kanal dokumentieren.

Nachdem wir nun mehr oder weniger realisiert haben, dass wir stolze Besitzer eines Sprinters sind, kann es auch schon los gehen. Es wartet viel Arbeit auf uns, aber wir freuen uns total auf das Ergebnis, den Weg dort hin und natürlich auf unsere erste Tour.

Auf der Suche nach Rost

Unser Sprinter ist kein junger Bursche mehr. Zwar hat er erst wenige Wochen vor dem Kauf neuen TÜV bekommen, die 17 Jahre, welche seit seiner Erstanmeldung vergangen sind, lassen sich aber auch nicht verheimlichen. Bevor wir also mit dem tatsächlichen Ausbau starten, haben wir uns vorgenommen, den Bulli zu sichten und sämtliches Innenleben auszubauen.

Um eventuelle Mehrarbeiten zu vermeiden, wollen wir vor der Anbringung der Dämmung und anschließender Verkleidung schauen, ob Roststellen vorhanden sind. Hierfür und natürlich für mehr Beinfreiheit auf dem Fahrersitz war notwendig, die Wand zwischen dem Fahrerhäuschen und dem restlichen Innenraum zu demontieren.


Demontage der Zwischenwand und des Himmels im Fahrerraum

Die Zwischenwand mit einer Tür hinter dem Fahrer- und Beifahrersitz war mit Nieten befestigt. Für uns war schnell klar, die Wand soll dauerhaft raus, daher war ein vorsichtiger Ausbau nicht nötig. Wir haben einfach die Köpfe der Nieten mit einem Bohrer zerbröselt, dadurch war die Wand schnell gelöst und wir konnten sie entsorgen. 




Als wir uns gerade in der Region des Fahrerhäuschen befanden, haben wir auch direkt den Himmel entsorgt. Dieser war sehr schmutzig und stank. Außerdem planen wir, über unseren Köpfen Stauraum für unser Bettzeug zu schaffen, nachdem wir auch diesen Bereich isolieren werden. 
Die Sonnenblenden und dazugehörigen Schrauben haben wir vorsichtig vorab demontiert und gut verstaut. Diese wollen wir wieder verwenden.


Raus mit dem Boden

Unser Sprinter, der früher einer Bäckerei gehörte, hat ein Riffelblech als Boden. Optisch so gar nicht unser Fall, weil unser Sprinter gemütlich und barfußtauglich werden soll. Also haben wir uns entschieden, dieses Blech auszubauen. Wir werden es erstmal einlagern, denn wer weiß wofür man so großes Blech einmal benötigt.

Der Boden war mit Schrauben und mit Nieten (wie die Zwischenwand) befestigt. Die Schrauben waren relativ leicht zu entfernen. Die Nieten haben wir, wie bei der Zwischenwand, ohne Rücksicht auf Verluste geköpft. Einfach mit dem Akkubohrer auf den Kopf drücken, bis dieser zerbröselt und keinen Widerstand mehr darstellt.



Unter dem Riffelblech entdeckten wir eine weitere Bodenplatte - eine Siebdruckplatte. Im Grunde finden wir diese Platte ziemlich gut. Es könnte eine gute Grundlage für unseren Camper sein. Wir haben kurz überlegt, alles einfach so zu lassen und direkt mit der Isolierung zu starten. 

Dann haben wir uns aber doch dafür entschieden, die Siebdruckplatte hochzunehmen, um zu schauen, was sich darunter verbirgt. Gesagt getan. Die Siebdruckplatte war ebenfalls mit Nieten und Schrauben befestigt. Wir wussten ja nun, wie man diese entfernt. Die Schrauben waren allerdings schon so alt und hinüber, dass wir auch hier die Köpfe der Schrauben durch Bohren lösen mussten. 


Als wir die Platte angehoben haben, gab es erstmal eine positive Überraschung. Denn darunter entdeckten wir so etwas wie Dämmung. Im ganzen sieht der Boden im Innenraum unseres Sprinters also gar nicht so schlecht aus. 

Wir haben nur an dem linken Radkasten einen Anflug von Rost entdecken können.


Apropos Boden...

Die olle Gummimatte im Fahrerhäuschen war wie der Himmel echt nicht mehr schön. Daher musste diese Matte unbedingt raus. Wir haben vorsorglich im Internet nach tauglichem Ersatz gesucht und im Netz schnell Alternativen gefunden. Denn bevor man irgendwas einfach rausreißt, sollte man schon grob wissen, wie es danach weitergehen soll. Man will ja nichts bereuen.



Die Gummimatte haben wir allerdings nach dem Rausnehmen auch erstmal zur Seite gelegt und nicht direkt entsorgt. Wir wollen uns die Option offen lassen, die alte Matte als Schablone zu verwenden. Eventuell könnte man einen gewöhnlichen Teppichboden dann im Fahrerhäuschen als individuelle und einzigartige Fußmatte verlegen.

Alles rosig oder doch rostig?

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir einen super Tag im Sprinter. Nur ein wenig Rost an einem Radkasten und nicht zu vergessen, etwas Rost am Einstieg bei den Hecktüren. Alles jedoch nicht so dramatisch und eigentlich nicht der Rede wert. Doch dann..
..

Wir sind dann mit einem kritischen Blick um unseren Hübschen gegangen und haben überlegt, wo wir noch mal nach Rost suchen könnten. Einen Kaffee später haben wir uns dann entschieden doch mal lieber unter den Einstieg aus Plastik bei der Fahrer- und Beifahrertür zu schauen. Jasses, das war nicht so leicht wie gedacht.

Diese Einstiege aus Plastik sind leider nicht nur geklipst. Das heißt, man kann sie nicht einfach durch hebeln mit einem Schraubenzieher lösen (haben wir zuerst vergeblich versucht). Nein, es gibt zwei geheime und völlig getarnte Punübsel (= Kunststoffdeckel), die man entfernen muss, um danach die darunter liegenden Schrauben (Torx) zu lösen. Nachdem wir die zwei Punüpsel auf jeder Seite durch etwas hebeln und rütteln entfernen konnten und wir dann die insgesamt vier Torx rausgedreht haben, konnten wir die Einstiege durch leichtes ruckeln rausnehmen.

Nach dieser schweren Geburt wurden wir leider nicht belohnt. Denn weniger rosig haben wir auf beiden Seiten in den Einstiegen Rost gesucht und  leider gefunden.

Ich (Tanja) fand die Stellen halb so wild. Halt nass, schmutzig und stinkig, aber (meiner Meinung nach) dicht. Benny hat dann aber nochmal etwas grober (genauer) nachgeschaut, wie schlimm die Stellen tatsächlich sind. Also hat er mit einem Schraubenzieher und stumpfer Gewalt auf diese Stellen im freigelegten Einstieg gehämmert und zack, direkt beim ersten Hämmern war er auch schon durch.


Also Ende vom Lied... unser Sprinter muss unters Messer.

Weg mit der Wandverkleidung

Sicherheitshalber und weil es sowieso gemacht werden muss, haben wir dann noch die Wandverkleidungen abgenommen. Die Wandverkleidung war mit wenigen Plastiknieten fixiert. Ein Versuch die Nieten und die Verkleidung unversehrt zu entfernen, blieb allerdings erfolglos. Da wir die Verkleidung nicht wieder verwenden wollen, haben wir uns hier also auch für die rabiatere Variante entschieden. Schaut gerne auf unserem YouTube-Kanal vorbei. Dort könnt ihr sehen, wie wir die Wandverkleidung losgeworden sind. 

Hinter der Wandverkleidung haben wir aber zum Glück keine weiteren rostigen Stellen entdeckt.



Schweißarbeiten

Die Schweißarbeiten lassen wir aus mehreren Gründen vom Profi machen. Zum einen fehlt uns neben dem Job die Zeit, wir haben leider auch kein Schweißgerät und zum anderen kann Rolf das viel besser. Die Schweißarbeiten sollen keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, aber es soll einmal vernünftig gemacht werden, sodass wir erstmal Ruhe haben und mit gutem Gewissen mit der Isolierung starten können.


Seid dabei, wenn wir hoffentlich bald unseren Sprinter aus der Werkstatt abholen dürfen.
Habt ihr Fragen, Anmerkungen oder Tipps, schreibt diese gerne in die Kommentare.

Bis denn

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Wir filmen und fotografieren mit:
Sony Alpha 6500
GoPro 5
Iphone

und nutzen (wenn wir daran denken) folgendes Zubehör:
Stativ


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Möchtest du dich bei den Schweißarbeiten selber einmal ausprobieren, empfehlen wir dir Reparaturbleche wie das Folgende zu verwenden: 
Reparaturblech


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